Der letzte Test

Ein denkwürdiger Tag. Eine neu erschienene Kamera wurde auf den alles entscheidenden Prüfstand gestellt. Nach ausgiebigen Versuchen und einer Zeit des zermürbenden Wartens stand es fest. Ein Sieger. Und was für einer. Obwohl es bislang unerreichbar schien, wurde es doch geschafft. 100%. Einzigartig!

Aber halt! Da kann was nicht richtig sein. Denn die nächste Kamera, die in der Lage ist, dieses Testergebnis zu erreichen, wenn nicht sogar zu durchbrechen, macht sich gerade auf, das Licht der Welt zu erblicken. Hartgesottene Spieler und echte Highlander wissen es schon lange: es kann nur Eine geben. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was geschieht, wenn man über 100% kommt. Nehmen wir mal ein Atomkraftwerk. Ich werde mich nicht daneben stellen, wenn es mehr als 100% Leistung erreicht.

Nun, da nicht sein kann, was nicht sein darf, passen wir eben die Ergebnisliste an. Nach den allgemein gültigen Gelehrtenrichtlinien werden eben alle bisherigen Ergebnisse korrigiert. Damit ist dann meine Kamera leider an das andere Ende der Egebnisskala gerutscht. Wissen Sie, was passiert, wenn eine Kamera weniger als 0% im Ergebnis liefert? Irgendwie verwunderlich, bei mir kommen immer noch Bilder aus der Kamera. Das darf doch gar nicht sein.

Ich zeig das besser niemandem und mach weiter Fotos, die mir gefallen. Ohne Tests.


Das letzte Testergebnis

28. Oktober 2017


Lichtgedanken

Eine hochtrabende Überschrift für ein paar einfache Gedanken rund um das Licht. Wer die Brille des Internets bemüht, gemeint ist google (was ja irgendwann einmal goggle sein wollte), findet mehr als genug Verweise auf Lichtgedanken. Ich werde diese Stelle nutzen und ein paar Gedanken aufschreiben, die sich um das Licht als die absolut notwendige Essenz der Fotografie drehen. Dabei ist drehen das richtige Verb, denn oftmals ist es ein sich im Kreise drehen.

Auf der Suche nach dem ultimativen Motiv ist es so, dass einem der Glaube die Erkenntnis beschert, es nun endlich zu haben. Am Ende gelangt der so Erfolgreiche aber nicht selten zu der Erkenntnis, dass er glaubt, es noch besser machen zu können. Der Mensch ist nunmal selten zufrieden. Ein Kreis, und wer daran Vergnügen findet, dreht sich ewig in diesem Kreis.

Und da es in diesem Kreislauf mehr als nur eine Irrationalität gibt, werden sicherlich genügend dieser Themen auch hier ans Licht der Welt kommen. Womit wir wieder beim Licht sind. Draussen ist herrliches Licht und das werde ich jetzt nutzen. Ganz sicher habe ich danach die Erkenntnis, dass es noch besser geht.


Lichtspiele im Atlantik

28. Oktober 2017


Wolke 7

Wieder einer dieser Aufreger in den einschlägigen Zeitschriften. Da stellt doch glatt eines dieser großen Unternehmen aus der Photobranche sein Softwaremodell nach und nach auf ein reines Mietmodell um. Du zahlst und darfst dafür nutzen. So weit, so gut. Schließlich sind wir Deutschen ja auch Spitzenreiter bei der Anmietung von Wohnungen. Woanders kauft man lieber.

An und für sich ist dieses Modell nichts schlechtes. Aber dahinter ist noch etwas verborgen, was sich erst auf den zweiten Blick offenbart. Nach und nach soll auch alles Bildmaterial in der Wolke aufgehen. Jeder Bearbeitungsschritt wird irgendwann in der Wolke abliegen, so dass ich ihn bei Bedarf auch an den intimsten Orten auf meinen ultramobilen Geräten nachvollziehen kann. Schön! Nur....kann es passieren, dass die Wolke mal nicht mehr verfügbar ist?

Undenkbar. Das sagen viele. Denkbar. Das sage ich. Vor gar nicht all zu langer Zeit gab es mal ein Unternehmen, dass seinen Kunden auch die Bilder abgenommen hat mit dem Versprechen, immer und überall verfügbar zu bleiben. Und dieses Unternehmen war keine Hinterhofklitsche. Es war Kodak. Nur dumm, dass ein paar hochbezahlte gar nicht kluge Köpfe an der Spitze des Unternehmens mit ihrer allwissenden Weitsicht die Firma mal eben gegen die Wand gefahren hat. Und auf einmal merkten hundertausende Kunden, dass sie wohl ihre Bilder der Wolke 7 anvertraut hatten. Man hat schöne Gedanken an Wolke 7, aber mehr auch nicht.

Am Ende wurde der Internetservice von Kodak sehr schnell eingestellt und mehrere hundertausend Bilder sind für immer von den Festplatten dieser Welt verschwunden. Es gab sie schlicht nicht mehr. Familiengeschichten, Dokumentationen, festgehaltene Glücks- und Leidensmomente, alles weg. Daher ist es durchaus einen Moment des Nachdenkens wert, bevor der Entschluss gefasst wird, sich ganz in die Arme des Netzes zu legen. Manchmal ist es eben kein Sicherheitsnetz.

Ich habe einmal alle meine Negative verloren. Ich kann auch nicht verhindern, dass es vielleicht irgendwann noch einmal geschieht. Aber ich habe mir zumindest vorher Gedanken gemacht, ob ich mich total auf jemanden verlasse, auf den ich keinerlei Einfluss besitze.


Gut behütet wird, was mir wichtig ist

21. Oktober 2017


Quotenfotograf

Immer wieder mal stolper ich über Fotos oder Artikel, die sich mit dem Thema der weiblichen Fotografie beschäftigen. Es gab sogar mal eine eigene Zeitschrift nur für Fotografinnen. Sie ging jedoch nach 4 Ausgaben den Weg alles irdischen. Was am Ende bleibt ist die Frage, was denn eigentlich weibliche Fotografie ist.

Bemühe ich die Such- und Findemaschine im Internet erhalte ich tausende Artikel zum Thema weiblicher Kunst. Einige Klicks weiter war ich allerdings schon schlauer, denn die meisten dieser Artikel wurden von - sie erraten es nicht - von Männern geschrieben. Nur die eigentliche Frage blieb unbeantwortet.

Der nächste Schritt hat auch nicht zum Erfolg geführt. Der Weg in die vielen großen und kleinen Foren im Internet. Schon auf den ersten Klick wird klar: Das ist eine Männerwelt. Hier wird nicht mit Anfängerwerkzeug gearbeitet, hier kommt für das Loch im Regalbrett die Hilti zum Einsatz. In einem kleinen Punkt aber kommt in diesen Foren doch auch das weibliche zum Zuge: Poste ein Foto einer knapp bekleideten Frau und du hast auf einmal tausende von applaudierenden Kommentaren. Mit einer gelungenen Architekturaufnahme brauchst du dich gar nicht erst vor Ablauf von 48 Stunden in das Forum zu wagen.

Am Ende habe ich die Suche, die ich allerdings nicht mit wissenschaftlichem Ernst betrieben habe, abgebrochen. Ich habe sie nicht gefunden, die weibliche Fotografie. Und was mir wichtig ist: Das ist auch gut so. Ein Bild wird den einen mehr, den anderen weniger ansprechen. Das ist der Sinn eines Bildes. Es wird sogar Bilder geben, die geschlechterspezifisch die eine Gruppe mehr und die andere weniger ansprechen. Das erstaunliche daran ist aber, dass die Ursache dafür nicht im Geschlecht des Künstlers zu finden ist.

Ich für meinen Teil werde mich jetzt nicht zum Quotenfotografen entwickeln. Ich werde meine Fotos machen, egal ob männlich, weiblich oder dazwischen. Es hat keine Bedeutung.


Das Motiv fragt nicht nach dem Geschlecht

15. Oktober 2017


Ansichtssache

Wie mache ich es nun richtig? Fotografiere ich analog oder fotografiere ich digital. Wie ich es drehe und wende, eine allgemein gültige Antwort finde ich nicht. Ich habe Stunden damit zugebracht, das Internet bis in seine dunkelsten Winkel zu durchsuchen. Das einzige, was ich gefunden habe, sind Kriege der Weltanschauungen und philosophische Aussagen nach dem Motto, wie ich durch die analoge Fotografie ein besserer Mensch wurde. Oder eben durch die digitale Fotografie.

Irgendwann habe ich es einfach aufgegeben. Wenn ich nach einer Erklärung suche, warum ich etwas tun möchte, sollte ich gar nicht erst den Versuch starten und andere danach befragen. Denn woher sollen die wissen, warum ich etwas möchte. Also habe ich es einfach gelassen und stattdessen einfach gemacht.

Es ist allerdings erstaunlich, was für Ausprägungen der jeweiligen Meinungen zu finden sind. Es ist nicht verwunderlich, wenn in diesem Zusammenhang vom Krieg der Ansichten oder Meinungen gesprochen werden kann. Wenn schon bei einer solch banalen Frage mehr oder weniger offene Drohungen in den Antworten zu finden sind, ist es für mich nicht weiter verwunderlich, wenn sich einige fragwürdige Strömungen in der Gesellschaft entwickeln. Wie schwer muss es für einige sein, wenn sich andere frei entfalten, ohne dabei wieder andere zu beeinträchtigen.

Ich mache übrigens jetzt beides. Analog und digital. Einfach weil ich es möchte.


Ausblick von der Burgruine Windeck, analog fotografiert

15. Oktober 2017