Namen....los

Bekannter Weise lässt sich über einige Dinge nun wirklich nicht streiten. Fotos gehören aus meiner Sicht unbedingt dazu. Wer sich ein wenig Zeit gönnt und durch die großen oder kleinen Datenbanken im Internet blättert, wird schnell erkennen, wie sinnlos ein Streit wäre. Es gibt dabei keine Sieger und keine Verlierer. Alle haben Recht und alle Bilder sind toll. Es kommt einzig auf die Sichtweise an.

Wer aber die Gelegenheit des umblätterns nutzt und dabei auch einen Blick auf die Namen, die die Fotos so mit sich führen wirft, wird eine geradezu neue Welt der Fotografie entdecken. Anregungen für das eigene Tun gibt es als Zugabe. In vielen Fällen ist es einfach und der Fotokünstler macht es einem auch nicht sehr schwer. Da heisst das Foto, welches eine junge Frau zeigt, einfach Meike. Oder Rita. Edeltraud, Irmgard, Rosanka und welche Namen einem noch einfallen. Der Künstler gibt uns ein Signal und wir können das Foto gleich mit einem Namen anreden. Hallo Rita. Meistens sind die Fotos auch so, dass wir Rita auch auf offener Straße wiedererkennen können (es sei denn, eine gute Visagistin hatte ihre Finger im Spiel).

Die Gruppe der einfallslosen Fotokünstler ist aber auch nicht zu unterschätzen. Sie geben ihren Fotos erst gar keinen Namen. Gelegentlich verteilen einige ein paar kryptische Zeichen, wie ***. Ich denke, diese Menschen möchten uns anregen, dass wir unsere gesamten Empfindungen für dieses Foto auch dahin bringen, dass wir ebenfalls *** dafür vergeben. Ich weiss nicht, aber *** wollen auch erst einmal verdient werden. Die ganz großen Fotokünstler gehen sogar noch einen Schritt weiter und hinterlassen ein "untitled" als Bildnamen. Wahrscheinlich waren sie selbst beim Anblick ihres Fotos so überwältigt, dass sie ihrer eigenen Sprachlosigkeit einen sprachlichen Ausdruck verleihen mussten. Ich bin auch oft sprachlos bei einigen Bildern mit diesem Namen.

Und dann gibt es noch die kleine Gruppe der Philosophen. Auf das Bild folgt ein vielleicht auch mehrzeiliger Text mit einer solch gewaltigen Tiefe, dass es mir ja schon peinlich ist, wenn ich mich nicht zwischen Bild und Text entscheiden kann. Was hat nun mehr Tiefe? Das Bild? Der Text? Mal sehen, was mir zu meinen Bildern so einfällt.


Der Eingang

27. November 2017


Zurück in die Vergangenheit

Ist es nur eine Mode? Alle wollen zurück in die Vergangenheit. Wenn ich mich bei Kickstarter umschaue, so entdecke ich viele Sammler (= die, die Geld einsammeln), die Altes neu herausbringen wollen. Das Modewort dafür ist ja: hipp sein.

Ich denke nicht darüber nach, ob es nun gut oder schlecht ist. An einigen Stellen finde ich es sogar überaus spannend. Wenn ich mir die Meldungen der letzten Zeit ansehe, finde ich immer wieder Menschen, die mit großem Enthusiasmus die alte Fotowelt wiederbeleben wollen. Und ich glaube, dass sie damit gar nicht falsch liegen. Bezahlbare Großformatkameras, funktionelle Kleinbildkameras, neue Filme, neue Objektive. Es wird viel gewerkelt.

Klar ist, das nicht alles kommen wird, was angekündigt ist. Klar ist auch, das einige nicht überleben werden. Am Ende ist aber auch klar, dass hier Ideen am Start sind, die leider von den großen Könnern dieser Welt einfach ignoriert werden. Canon, Nikon, Pentax und die anderen verzichten freiwillig und ohne Not auf eine zwar langsame, aber kontinuierlich stabile Marktnische. Die Baupläne haben sie in den Schubladen, die Maschinen sind sogar schon komplett abgeschrieben. Aber nein, der neudeutsche Stakeholder will ja die Dollars in der Kasse klingeln hören. Im Augenblick haben die allerdings nur ein klingeln in den Ohren, der vom Zusammenbruch der Nachfrage zeugt.

Ich lass mich überraschen. Und sicherlich werde ich bald eine neue alte Kamera in der Hand haben. Und den Sensor wechsel ich nach belieben. SW-Film raus, Diafilm rein.


Ohne Pixxelwahn

11. November 2017