Lohnenswert

Wenn ich darüber nachdenke, was für eine Art von Motiv sich für die analoge Fotografie anbietet, kann ich einfach sagen: Jedes. Wenn ich allerdings einen Schritt weiter gehe und die Frage auf Monochrome eingrenze, dann wird es schon differenzierter. Eine glatte weiße Wand ist dafür schlicht ungeeignet. Langweilig ist das treffendere Wort.

Wann immer ich es hinbekomme, suche ich mir Ziele aus, die unabhängig von der Farbe und dem Wetter einen Reiz ausüben können. In der digitalen Fotografie habe ich ein Übermaß an Möglichkeiten, mit denen ich ein Foto beeinflussen kann. Wenn ich einen sw-Film in der Kamera habe, kann ich mich auf den Kopf stellen. Es kommt einfach kein farbiges Foto heraus. Also sollte ich schon vor dem Foto nachdenken, was ich hinterher haben werde.

Für mich haben sich die Relikte der Vergangenheit zu einem lohnenswerten Ziel entwickelt. Sie bieten bei jeder Gelegenheit die Möglichkeit, spannende Details und Strukturen, aber auch größere Übersichten zu entdecken. Ich habe fast unendlich viel Zeit, mich damit zu beschäftigen. Am Ende ist es genau das, was für mich den großen Reiz dieser Art der Fotografie ausmacht. Die Zeit. Nicht einfach draufdrücken und später am PC aussortieren.

Ich sehe viele Fotos im Internet, die so unüberlegt gemacht wurden, dass dem "Künstler" am Ende nichts besseres einfällt, als es in sw umzuwandeln, ein paar Körner gegen die digitale Glattheit dazu zu geben und dann zu glauben, es wäre ein gelungenes Foto. Schade drum, aber am Ende ist es nur dumm.


Gedenkstein an der Ruine Heisterbach

11. November 2017


Den Anfang finden

Es ist schon komisch. Auf der einen Seite wird immer wieder erklärt, die analoge Fotografie ist tot oder nur noch eine winzige Nische. Aber auf der anderen Seite werde ich überschüttet mit Tipps und Verweisen auf Material, dass ich benutzen kann. Oder soll. Ab und zu muss ich es auch benutzen. Und gelegentlich geht es gar nicht ohne das Eine. Oder das Andere eben.

Das Wichtigste bei dieser am Ende doch verwirrend kleinen Auswahl ist, sich zu Beginn festzulegen. Das hat nichts mit Einschränkung zu tun. Es ist die Basis, um Ergebnisse - und damit auch Erlebnisse - wiederholbar zu machen. Am Ende ist das der kleine Unterschied zwischen Können und Zufall.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf ist es etwas leichter, seine Auswahl zu treffen. Dabei spielt es keine Rolle, worauf ich mich festlege. Einzig, ich lege mich so lange fest, bis ich es verstanden habe. Das ist zu Beginn etwas mehr an Zeit, aber später geht es dann schneller, wenn ich etwas anderes ausprobiere.

Meine ersten Schritte vor vielen Jahren waren genau so (aber das Wissen darum kam erst später...). Bleibt nur die Frage, ob sich jeder in einer so schnellen Zeit dieses wenige an Geduld leisten will.


Zeit ist alles

29. Oktober 2017


Was denn nun?

Ich gestehe: ich selbst benutze die Worte, obwohl sie absolut falsch sind. Analoge und digitale Fotografie. Sie sind falsch, weil es sie gar nicht gibt. Wer dazu mehr wissen möchte, der sucht auf Wikipedia einfach nach dem Begriff "Analogfotografie" und erfährt mehr dazu. Da aber ein Mensch ein Gewohnheitstier ist und auch falsche Aussagen durchaus richtig "ankommen" können, bleib ich einfach bei den Begriffen.

Zu Beginn ist ein Punkt zu erklären, der vielen auf der Zunge liegt, wenn das Thema Filmfotografie zur Sprache kommt. Es ist die einfache Frage nach dem Warum. Ich habe schon an anderer Stelle auf meiner Webseite einen Hinweis dazu gegeben, was mir alles an Erläuterungen dazu untergekommen ist. Einfach wäre es jetzt, wenn ich auch einen Ausflug ins Metaphysische mache und beschreibe, wie sehr diese Art der Fotografie meine Energieströme positiv beeinflusst und für ein ausgeglichenes Yin und Yang sorgt. Seither schmeckt mir auch die halbwarme Pizza vom Fahrradlieferdienst viel besser. Oder liegt das vielleicht an der Portion kalter Frischluft, die den Käse so zäh werden lässt?

Ich mache es nicht so spannend. Fotografie ist ein Hobby, das mir Spaß macht. Und die analoge Fotografie ist ein Teil davon, den ich aus purer Liebhaberei betreibe. Mich faszinieren die Ergebnisse der Fotografie, die Bilder. Der Weg dorthin ist mal mehr, mal weniger aufwendig. Und welchen ich wähle, entscheide ich einfach nach Lust und Laune.

Schade. Ich kann Ihnen keine neue Weisheit liefern, warum es so eminent wichtig ist, sich, sein Leben und seine Umwelt auf klassischem Filmmaterial festzuhalten. Aber nicht traurig sein. Vielleicht starten sie ja einen Selbstversuch und entdecken danach ganz neue Welten. Stellen Sie sich vor, sie kommen aus der Dunkelkammer und auf einmal können sie sich mit ihrer Katze unterhalten...


Es kommt auf das Motiv an, nicht auf das Werkzeug

22. Oktober 2017