Motive direkt vor der Haustür

Geständnis: ich träume immer davon, in ferne Länder zu reisen und atemberaubende Fotos zu machen. Na ja, wer nicht, der vom Virus Fotografie befallen ist. Doch lohnt auch der Blick vor die eigene Haustür, denn oftmals liegt das Gute sehr nah (wer den Spruch nur erfunden hat?).


Ausblick von der Burgruine Windeck

Im Siegtal gibt es einen Flecken, der sich selbstbewusst Windecker Ländchen nennt. Der Name passt, denn es ist wahrlich nur ein kleines Ländchen. Abseits der Touristenströme, aber viele Wälder, viele alte Steine (alte Gebäude), von Burgruine bis Wassermühle, alles da. Es gibt einen S-Bahnanschluß direkt im Ort, Unterbringungen von einfach bis edel und viel zu entdecken.


Die Ruine


In jedem Fotokurs zu lernen: rahme das Motiv ein

Ich hab das Glück, dass es für mich nur ein Katzensprung entfernt ist. Und trotzdem muss ich mich erst aufraffen, um dem Ländchen einen Besuch abzustatten. Und danach sag ich mir immer wieder, warum ich es nicht schon öfter gemacht habe. Sei es drum. Wer mal ein Wochenende Zeit erübrigen kann, dem lege ich dieses kleine Ländchen ans Herz.


Der Turm der Ruine

Wer sich aufmacht, der kann das ganze dann auch in Farbe sehen.

11. Juli 2017  


Mittel zum Zweck oder doch Philosophie?

Geht man heutzutage in der Welt der Photographie (oder doch lieber Fotografie?) spazieren, entdeckt man außergewöhnliches. Unzählige Menschen, die allem Anschein nach viel Spaß am fotografieren haben, sehen sich genötigt, nicht ihr Tun zu rechtfertigen - dafür aber um so mehr die Nutzung der analogen Fotografie.


Siegtal, nur ein winziges Stück davon

Warum nur? Mir erschließt sich das nicht wirklich, allerdings habe ich auch eine recht einfache Einstellung dazu. Ich sehe etwas, was mich reizt und ich versuche, es mit dem, was mir in dem Augenblick zur Verfügung steht, festzuhalten. Zwischen dem "Motiv sehen" und dem endgültigen Bild liegt dann eine bestimmte Wegstrecke, die vollgestopft ist mit Technik.


etwas mehr Siegtal

Die wirkliche Philosophie liegt für mich in dem Bild, das ich am Ende in den Händen halte. Es ist gewiss so, das es sehr oft nicht dem entspricht, was ich mir erhofft hatte. Dann muss ich aber die verwendete Technik - nass oder trocken - nicht mit irgendwelchen selbsterkenntnisreichen Sinnsprüchen verzaubern. Es reicht, ein paar Werte zu verändern, die ich dann noch ändern kann.

Entweder ich gelange zu dem Bild meiner Wünsche oder ich bin um eine neue Erkenntnis reicher.


10. Juli 2017  

Mit den Öffentlichen durch das Nirgendwo

Geht denn das? Ohne eigenes Auto einen Urlaub in Schottland verbringen? Ganz einfach: Ja, sehr gut sogar.

Wenn ich bei unterschiedlichsten Gelegenheiten gefragt werde, was ich denn so alles während meiner vielen Schottland-Urlaube gesehen habe, ist das Erstaunen immer wieder groß, wenn ich sage, dass ich in der meisten Zeit in diesem Land kein Auto zur Verfügung habe. Ich fahre Bus und Bahn oder mache das, was sich sowieso am meisten lohnt, ich benutze die Füße.


Plockton, Westküste

Es ist ganz einfach, aber mit ein wenig Planung kann ich jeden Punkt erreichen, den ich erreichen möchte. Es ist wirklich nicht mehr Planung, als wenn ich mit dem eigenen Wagen durch ein fremdes Land fahre. Ein wenig kommt einem die dünne Besiedlung doch entgegen. Denn während man in unserem Land bis zum St. Nimmerleinstag wartet, wenn man nicht direkt an der Bushaltestelle steht, genügt es in den ländlichen Gebieten in den allermeisten Fällen die Hand zu heben, wenn sich ein Bus nähert.


Calanish, Isle of Lewis

Ein weiterer Vorteil macht sich auch sehr schnell bemerkbar. Ich bekomme einfach mehr mit. Das hat den ganz einfachen Grund, dass uns das fahren auf der "falschen" Seite doch eine ganze Menge mehr Aufmerksamkeit abverlangt, als wenn ich genüsslich aus dem Fenster im Bus oder in der Bahn gucken kann. Und vor allem in den Highlands, wo eigentlich alle 500 Meter ein Stop eingelegt werden müsste, weil es sich ganz einfach lohnt.


Cromarty

Gewiss, ein eigener Wagen hat den Vorteil, dass ich anhalten kann, wo ich will. Aber wer nimmt mir denn die Möglichkeit, einen Ort, den ich unterwegs entdeckt habe, noch ein zweites Mal zu besuchen. Denn eines ist bei dieser Art des Reisens sicher: die Zeit nimmt eine andere Rolle ein.


Beauly priory

Ach ja, da ja hier auch die Fotografie eine gewichtige Rolle spielt, kommt noch ein Vorteil ins Spiel. Ich schlepp nicht alles mit, da ich ja keinen Kofferraum habe. Somit muss ich mir am Ort meiner Sehnsucht doch ein paar mehr Gedanken machen, was ich mir denn so an Bildern wünsche. Und am Ende meines Urlaubs mache ich dann noch die zusätzliche Erfahrung, dass ich die besten Bilder sowieso nur auf der Festplatte in meinem Gehirn gespeichert habe. Ein guter Ort...und funktioniert ohne Strom.


Inverness Castle

Der beste Tipp zum Schluss: Selber hinfahren, es lohnt sich.

04. Juli 2017


Digitale und analoge Ansichten


Obwohl absolut überflüssig, wird sie dennoch sehr gerne geführt, diese Diskussion um die Vor- und Nachteile des einen gegenüber dem anderen. Ich verteufel weder das eine noch das andere, sondern nutze beides. Und ganz im Vertrauen: mich hat noch kein Motiv gefragt, was ich denn jetzt gerade nutze. Ich denke, die Motive zeigen diesbezüglich eine herrliche Ignoranz.


Versailles im Siegtal, Merten

Aber warum dann ein eigener Artikel dazu? Vielleicht als kleine Bedienungsanleitung für diese Seite. Ich zeige hier Fotos. Einge dieser Fotos sind durch Chemiepanscherei entstanden, andere durch Pixxelpanscherei. Sie verbindet zweierlei. Zum einen sind sie hier nur durch digitale Hilfsmittel zu sehen, zum anderen sind sie in der "anderen Welt" gänzlich ohne digitale Hilfsmittel auf Papier zu sehen. Wer mag, kann die Bilder mittels ausgefeilter Technik selbst durchleuchten und seine Einsichten damit um technische Aspekte reichhaltig erweitern. Alle anderen sind eingeladen, sich einfach nur die Bilder anzugucken und sich ihren Teil dazu zu denken. Ich mache mir nicht die Mühe und schreibe dazu, womit sie entstanden sind. Alle Bilder verbindet ein gemeinsamer Aspekt: ich hatte in dem Augenblick etwas dabei, mit dem ich ein Foto machen konnte.

Ich glaube, das ist ganz gut so.

03. Juli 2017




 
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Juni 2017